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Praxis-Tipps 3 Min Lesezeit

DSGVO für deine Website: Die 7 Pflichten, die wirklich zählen

Welche DSGVO-Anforderungen jede deutsche Business-Website erfüllen muss — pragmatisch erklärt, ohne juristischen Schrecken.

DSGVO für deine Website: Die 7 Pflichten, die wirklich zählen

DSGVO klingt nach Anwalts-Termin und schweren Akten. Ist es aber nicht. Hier sind die sieben Pflichten, die wirklich für jede deutsche Business-Website gelten — pragmatisch erklärt, ohne dass du Jura studiert haben musst.

Wichtig vorab: Dieser Artikel ersetzt keine Rechtsberatung. Aber er hilft dir zu verstehen, was die häufigsten Pflichten sind und wo du anpacken musst.

1. Impressum — sichtbar, vollständig, aktuell

Das wichtigste DSGVO-naheliegende Element. Jede gewerbliche Website in Deutschland braucht ein vollständiges Impressum. Pflichtangaben:

  • Vollständiger Name + Rechtsform (z. B. „FWN Media GbR“)
  • Anschrift (echte Postanschrift, kein Postfach)
  • Telefonnummer + E-Mail-Adresse (beide!)
  • Bei GbR/UG/GmbH: Vertretungsberechtigte
  • Bei umsatzsteuerpflichtigen Unternehmen: USt-ID
  • Bei freien Berufen: Aufsichtsbehörde, Kammer, Berufsbezeichnung

Erreichbar in maximal zwei Klicks — meist über den Footer.

2. Datenschutzerklärung — individuell, nicht generisch

Eine Datenschutzerklärung muss auf deine Website zugeschnitten sein. Mustertexte aus dem Internet sind selten passend. Sie muss erklären:

  • Wer du bist (Verantwortlicher)
  • Welche Daten du wie und wozu verarbeitest
  • Welche Cookies und Tracking-Tools eingesetzt werden
  • Welche Rechte Besucher haben (Auskunft, Löschung, Widerspruch)
  • Wie die Daten geschützt werden (z. B. SSL)

Praxis-Tipp: Generatoren wie eRecht24 oder Datenschutzerklärung-Muster.de helfen für den Start — aber prüfe jeden Abschnitt, ob er zu deiner Site passt.

3. SSL-Zertifikat (HTTPS)

Eine Website ohne HTTPS ist heute nicht nur DSGVO-Problem, sondern auch SEO-Killer. Google bestraft unsichere Seiten aktiv im Ranking.

Bei jeder von uns gebauten Website ist SSL automatisch eingerichtet — meist über Let’s Encrypt, kostenlos und automatisch erneuert.

4. Cookie-Banner mit echter Wahl

Wenn deine Website Cookies setzt, die nicht technisch notwendig sind (Analytics, Ads, Social-Media-Embeds), brauchst du einen rechtskonformen Cookie-Banner. Das heißt:

  • Banner erscheint VOR dem Setzen nicht-essentieller Cookies
  • „Akzeptieren“ und „Ablehnen“ müssen gleich prominent sein (nicht: großer grüner Button + kleiner grauer Text)
  • Detaillierte Auswahl muss möglich sein (welche Kategorien an, welche aus)
  • Widerruf muss jederzeit möglich sein (Mini-Link unten z. B.)

Tools, die das sauber lösen: Borlabs Cookie, Real Cookie Banner, Complianz.

Unsicher, ob deine Site DSGVO-konform ist?

Wir prüfen kostenlos die wichtigsten Punkte deiner aktuellen Website und sagen dir, was fehlt — ohne Vertragsbindung.

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5. Auftragsverarbeitungsverträge (AVV)

Wenn du Tools nutzt, die Daten verarbeiten, brauchst du mit den Anbietern einen Auftragsverarbeitungsvertrag. Häufige Tools:

  • Mailchimp, Brevo, ActiveCampaign (Newsletter)
  • Google Analytics, Matomo (Tracking)
  • Hetzner, IONOS, All-Inkl (Hosting)
  • Cal.com, Calendly (Buchungstools)

Die meisten Anbieter haben AVVs zum Download bereit. Speichere sie unterschrieben in deinen Unterlagen.

6. Formulare: Pflichtfeld „Einwilligung“

Jedes Kontaktformular braucht eine Checkbox mit Verweis auf die Datenschutzerklärung. Vor dem Submit. Default: unchecked.

Beispiel-Text: „Ich habe die Datenschutzerklärung gelesen und bin mit der Verarbeitung meiner Anfrage einverstanden.“

7. Externe Inhalte: keine Datenübertragung ohne Zustimmung

Wenn du Google Fonts, Google Maps, YouTube-Videos oder Social-Media-Embeds einbindest, wird beim Seitenaufruf Daten an Google/Meta übertragen — bevor der Besucher zustimmen konnte.

Saubere Lösungen:

  • Google Fonts: lokal auf eigenem Server hosten (kein Datenfluss an Google)
  • Google Maps: Click-to-Load Banner (Karte lädt erst nach Klick) — oder OpenStreetMap nutzen
  • YouTube: Privacy-Enhanced-Mode oder Click-to-Load
  • Schriften, Skripte aus CDNs: lokal einbinden statt von Drittanbietern laden

Was passiert, wenn du das ignorierst?

Das Risiko ist real — und größer, als die meisten Unternehmen denken. Aktuelle Stichproben deutscher Aufsichtsbehörden und Abmahnkanzleien zeichnen ein klares Bild:

DSGVO-Realität auf deutschen Business-Websites
92 %haben mindestens einen klaren DSGVO-Verstoß
24 %laden Google Fonts noch immer extern
7.500 €mittlere Abmahnsumme bei Cookie-Verstößen

Bayerisches Landesamt für Datenschutzaufsicht 2024, eRecht24-Analysen 2025.

Realistische Risiken im Detail:

  • Abmahnungen von spezialisierten Anwaltskanzleien — kostet typisch 500–2.000 € pro Vorfall
  • Bußgelder von Datenschutzbehörden — selten bei kleinen Betrieben, aber möglich
  • Vertrauensverlust bei datenschutzaffinen Kunden
  • Schadensersatzforderungen einzelner Betroffener (DSGVO Art. 82)

Fazit

DSGVO ist kein Geheimnis. Mit den sieben Punkten oben deckst du 90 % der häufigen Stolpersteine ab. Den Rest klärt ein einmaliger Check mit einem Datenschutzexperten — kostet meist 200–500 € und gibt dir für Jahre Ruhe.

Bei FWN Media sind alle Standard-Punkte (SSL, Cookie-Banner, Datenschutz-Vorlage, Form-Consent) automatisch im Setup enthalten. Lass uns drüber reden, wenn deine Site ein Update braucht.

Verfasst von

Ferdi & Dani

SEO- und Webdesign-Experten und Gründer von FWN Media. Wir helfen bayerischen Unternehmen, online sichtbar zu werden.

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