DSGVO klingt nach Anwalts-Termin und schweren Akten. Ist es aber nicht. Hier sind die sieben Pflichten, die wirklich für jede deutsche Business-Website gelten — pragmatisch erklärt, ohne dass du Jura studiert haben musst.
Wichtig vorab: Dieser Artikel ersetzt keine Rechtsberatung. Aber er hilft dir zu verstehen, was die häufigsten Pflichten sind und wo du anpacken musst.
1. Impressum — sichtbar, vollständig, aktuell
Das wichtigste DSGVO-naheliegende Element. Jede gewerbliche Website in Deutschland braucht ein vollständiges Impressum. Pflichtangaben:
- Vollständiger Name + Rechtsform (z. B. „FWN Media GbR“)
- Anschrift (echte Postanschrift, kein Postfach)
- Telefonnummer + E-Mail-Adresse (beide!)
- Bei GbR/UG/GmbH: Vertretungsberechtigte
- Bei umsatzsteuerpflichtigen Unternehmen: USt-ID
- Bei freien Berufen: Aufsichtsbehörde, Kammer, Berufsbezeichnung
Erreichbar in maximal zwei Klicks — meist über den Footer.
2. Datenschutzerklärung — individuell, nicht generisch
Eine Datenschutzerklärung muss auf deine Website zugeschnitten sein. Mustertexte aus dem Internet sind selten passend. Sie muss erklären:
- Wer du bist (Verantwortlicher)
- Welche Daten du wie und wozu verarbeitest
- Welche Cookies und Tracking-Tools eingesetzt werden
- Welche Rechte Besucher haben (Auskunft, Löschung, Widerspruch)
- Wie die Daten geschützt werden (z. B. SSL)
Praxis-Tipp: Generatoren wie eRecht24 oder Datenschutzerklärung-Muster.de helfen für den Start — aber prüfe jeden Abschnitt, ob er zu deiner Site passt.
3. SSL-Zertifikat (HTTPS)
Eine Website ohne HTTPS ist heute nicht nur DSGVO-Problem, sondern auch SEO-Killer. Google bestraft unsichere Seiten aktiv im Ranking.
Bei jeder von uns gebauten Website ist SSL automatisch eingerichtet — meist über Let’s Encrypt, kostenlos und automatisch erneuert.
4. Cookie-Banner mit echter Wahl
Wenn deine Website Cookies setzt, die nicht technisch notwendig sind (Analytics, Ads, Social-Media-Embeds), brauchst du einen rechtskonformen Cookie-Banner. Das heißt:
- Banner erscheint VOR dem Setzen nicht-essentieller Cookies
- „Akzeptieren“ und „Ablehnen“ müssen gleich prominent sein (nicht: großer grüner Button + kleiner grauer Text)
- Detaillierte Auswahl muss möglich sein (welche Kategorien an, welche aus)
- Widerruf muss jederzeit möglich sein (Mini-Link unten z. B.)
Tools, die das sauber lösen: Borlabs Cookie, Real Cookie Banner, Complianz.
Unsicher, ob deine Site DSGVO-konform ist?
Wir prüfen kostenlos die wichtigsten Punkte deiner aktuellen Website und sagen dir, was fehlt — ohne Vertragsbindung.
5. Auftragsverarbeitungsverträge (AVV)
Wenn du Tools nutzt, die Daten verarbeiten, brauchst du mit den Anbietern einen Auftragsverarbeitungsvertrag. Häufige Tools:
- Mailchimp, Brevo, ActiveCampaign (Newsletter)
- Google Analytics, Matomo (Tracking)
- Hetzner, IONOS, All-Inkl (Hosting)
- Cal.com, Calendly (Buchungstools)
Die meisten Anbieter haben AVVs zum Download bereit. Speichere sie unterschrieben in deinen Unterlagen.
6. Formulare: Pflichtfeld „Einwilligung“
Jedes Kontaktformular braucht eine Checkbox mit Verweis auf die Datenschutzerklärung. Vor dem Submit. Default: unchecked.
Beispiel-Text: „Ich habe die Datenschutzerklärung gelesen und bin mit der Verarbeitung meiner Anfrage einverstanden.“
7. Externe Inhalte: keine Datenübertragung ohne Zustimmung
Wenn du Google Fonts, Google Maps, YouTube-Videos oder Social-Media-Embeds einbindest, wird beim Seitenaufruf Daten an Google/Meta übertragen — bevor der Besucher zustimmen konnte.
Saubere Lösungen:
- Google Fonts: lokal auf eigenem Server hosten (kein Datenfluss an Google)
- Google Maps: Click-to-Load Banner (Karte lädt erst nach Klick) — oder OpenStreetMap nutzen
- YouTube: Privacy-Enhanced-Mode oder Click-to-Load
- Schriften, Skripte aus CDNs: lokal einbinden statt von Drittanbietern laden
Was passiert, wenn du das ignorierst?
Das Risiko ist real — und größer, als die meisten Unternehmen denken. Aktuelle Stichproben deutscher Aufsichtsbehörden und Abmahnkanzleien zeichnen ein klares Bild:
Bayerisches Landesamt für Datenschutzaufsicht 2024, eRecht24-Analysen 2025.
Realistische Risiken im Detail:
- Abmahnungen von spezialisierten Anwaltskanzleien — kostet typisch 500–2.000 € pro Vorfall
- Bußgelder von Datenschutzbehörden — selten bei kleinen Betrieben, aber möglich
- Vertrauensverlust bei datenschutzaffinen Kunden
- Schadensersatzforderungen einzelner Betroffener (DSGVO Art. 82)
Fazit
DSGVO ist kein Geheimnis. Mit den sieben Punkten oben deckst du 90 % der häufigen Stolpersteine ab. Den Rest klärt ein einmaliger Check mit einem Datenschutzexperten — kostet meist 200–500 € und gibt dir für Jahre Ruhe.
Bei FWN Media sind alle Standard-Punkte (SSL, Cookie-Banner, Datenschutz-Vorlage, Form-Consent) automatisch im Setup enthalten. Lass uns drüber reden, wenn deine Site ein Update braucht.
